Eduard/ Rituale · Berlin, Germany
Der lange Weg zu einer Tasse Tee
Eduardo Molina Anfossi hat 20 Jahre in der Tee Industrie verbracht, bevor er Eduard/ in Berlin gründete. Jede Saison eine Kollektion aus einer Region, nur von Gärten, die er persönlich besucht hat.
Chile ist das größte Teetrinkerland Amerikas. Eduardo Molina Anfossi wuchs dort auf, umgeben von Tee, ohne viel darüber nachzudenken. Der Wendepunkt kam bei einer Schicht im Ritz Carlton in Santiago: Er erkannte, dass Tee genauso vielschichtig sein kann wie Wein. Er kündigte, um Tee-Sommelier zu werden.

Er ließ sich in Chile zum Sommelier ausbilden und spezialisierte sich anschließend in Argentinien, den USA und Frankreich. Acht Jahre lang bereiste er jährlich Teeanbaugebiete auf fünf Kontinenten, knüpfte Beziehungen zu Produzent:innen und lernte deren Methoden vor Ort kennen. Schließlich ließ er sich in Berlin nieder, wo er sieben Jahre lang als Head of Tea Experience bei Paper & Tea arbeitete. Ende 2025 verließ er das Unternehmen, um Eduard/ zu gründen, gemeinsam mit ehemaligen Kolleg:innen aus Design, IT und Finanzen, die das Label als Freelancer:innen unterstützen. Die Logistik übernimmt Mosaik, ein gemeinnütziges Unternehmen in Berlin, das mit Menschen mit Behinderung zusammenarbeitet.

Eduard/ arbeitet in Saisons. Jede Kollektion widmet sich einer einzigen Teeregion, ausschließlich von Gärten, die Eduardo persönlich besucht hat. Das Debüt, Eduard/Himalaya, vereint fünf Tees von drei Gärten: Jungpana Tea Estate in Darjeeling, Jun Chiyabari in den Bergen von Hile in Nepal und Temi Tea Estate in Sikkim. Die Bandbreite reicht von einem weißen Silver Needle, der bei Fackelschein während Vollmondnächten geerntet wird (rund 10.000 Knospen pro Kilogramm), bis zu einem volloxidierten Imperial Black aus Jun Chiyabari, langsam gerollt, um das Blatt nicht zu brechen. Dazwischen liegen ein Spring Flush, an einem einzigen Tag im April gepflückt, ein Muscatel Second Flush, dessen Aroma durch Blattläuse entsteht, die eine natürliche Abwehrreaktion der Pflanze auslösen, und ein tiefer, eichiger Autumn Flush vom einzigen Teegarten Sikkims.
Eduard/ basiert auf einer Transparenz, die schwer zu imitieren ist: Jeder Tee ist rückverfolgbar bis zu einem bestimmten Garten, einer bestimmten Saison, einer bestimmten Methode. Eduardo kennt die Produzent:innen beim Namen. Die Marke folgt einem schlanken Modell mit ausgelagerter Soziallogistik und ohne externe Finanzierung.





























