Dänisches Startup aus Kopenhagen, das Textilabfälle wie alte Jeans und Arbeitskleidung in zirkuläre Sneakers und Caps verwandelt – mit Take-back-Programm und Rückgabe-Option
Copenhagen · Denmark
Lili Dreyer
“Jedes weggeworfene Material ist eine ungenutzte Ressource.”
VAER gibt es, weil Lili Dreyers sich in ihrer Masterarbeit fragte, ob sich Textilabfall im großen Maßstab upcyceln lässt statt nur Stück für Stück, und weil auf ihre anschließenden Bewerbungen nur Absagen kamen. Sie nähte stattdessen selbst einen Sneaker, erst unter dem Namen Wair, dann als VAER, und aus diesem ersten Paar wuchsen das Rücknahmesystem und die Fertigung in Portugal. Aufgewachsen ist sie in Dänemark, Tochter eines dänischen Vaters und einer chinesischen Mutter, bevor sie in London Sustainability, Entrepreneurship und Design studierte.
VAER macht Sneaker aus Textilabfall. Alte Jeans, ausrangierte Arbeitskleidung und Tischdecken werden zum Obermaterial, zugeschnitten und genäht in Portugal. Gründerin Lili Dreyer baute das erste Paar nach einer Masterarbeit darüber, wie sich Upcycling skalieren lässt. Getragene Paare kommen zurück und werden zur Sohle des nächsten Paars.
Ein VAER-Sneaker beginnt als etwas, das jemand weggeworfen hat. Ein Paar alte Jeans, ausrangierte Arbeitskleidung, abgetragene Tischdecken aus einem Restaurant. Die Stoffe werden nach Farbe sortiert und in Bahnen geschnitten, und deshalb entsteht ein Modell in limitierten Serien statt in einer endlosen, gleichen Reihe.
Zugeschnitten und genäht wird in Portugal, in einer Fertigung mit fairen Arbeitsbedingungen und hohen Umweltstandards. Aus Denim wird das Blau des Phoenix, aus weißem Tischdeckenleinen werden Futter und Besätze.
Abfall mit Vorgeschichte
Manches Material bringt seine Herkunft schon mit. Eine Serie in kräftigem Orange stammt aus Arbeitskleidung von STARK, Warnschutz, gemacht um auf der Baustelle gesehen zu werden, jetzt am Schuh sichtbar. Andere Chargen kamen aus Uniformen und Verschnitt, der sonst geschreddert oder verbrannt worden wäre.
Der Kreis schließt sich an der Sohle
VAER ist darauf gebaut, die eigenen Schuhe zurückzunehmen. Ein getragenes Paar kommt in die Werkstatt, und was sich wiederverarbeiten lässt, wird zur Sohle des nächsten Paars. Dazu sammelt die Marke alte Jeans von allen, die welche abgeben wollen, und speist damit genau den Nachschub, mit dem alles begann. Der Gedanke reicht mittlerweile über Schuhe hinaus, etwa in Produkte wie die Denim-Kappe.
Alles hier hatte ein Leben, bevor es ein Schuh wurde.