Honest Toil Rituale · Kyparissia, Hungary
Nachbarn statt mehr Land
Tom und Juli Laki machen Olivenöl südlich von Kyparissia. Als die eigenen Haine nicht mehr reichten, kauften sie kein weiteres Land, sondern holten die kleinen Höfe der Nachbarschaft dazu.
Das erste Honest Toil kam auf einem geliehenen Lastenrad nach Berlin und war auf den Flohmärkten nach wenigen Tagen ausverkauft. Frisches Öl in gebrauchten Flaschen, als Etikett ein Scherenschnitt aus dem Freundeskreis. Angefangen hat es, so erzählt es Tom, 2009. Er und Juli Laki ernteten damals einen winzigen Hain südlich von Kyparissia, den seine Familie übernommen hatte, als sie nach Griechenland zog. Sie pflückten früh, bevor die Oliven ganz reif waren. Agourelaio heißt das dort. Geerntet wird bis heute von Hand: Stöcke mit propellerartigen Enden, die sie Ticklers nennen, klopfen die Oliven auf Netze unter den Bäumen, und die Vögel im Hain bleiben dabei ungestört.
Es wird auf sehr menschliche Weise gemacht und von Menschen, die wir kennen. Im Kleinen wollen wir mithelfen, die kleinen Dorfpressen am Leben zu erhalten, die durch die Konkurrenz der größeren, finanzstärkeren Industrie wirklich vom Aussterben bedroht sind. Tom und Juli Laki, gegenüber Natoora, April 2026
Die Ölmühle nimmt ihren Anteil
Gepresst wird in kleinen Ölmühlen, Familienbetrieben, die auf Vertrauen beruhen und seit Jahrhunderten nach demselben Prinzip arbeiten: Die Bauern bringen ihre Oliven und zahlen eben mit einem Teil des Öls. Die Mühlen pressen mechanisch, nie wärmer als 27 Grad, wenige Kilometer von den Bäumen entfernt. Das Öl bleibt ungefiltert, mit dem Trub aus Schalen und Kernen. Der eigene Ertrag deckt den Bedarf längst nicht mehr; statt mehr Land zu kaufen, arbeiten Tom und Juli mit ausgewählten kleinen Höfen in der Nähe, und so bleibt das Einkommen im Dorf. Sie verkosten jede Charge aus der Mühle und lassen dem Öl seine Unterschiede, statt es auf einen Einheitsgeschmack zu bringen.

Im Dorf gepresst, von Charge zu Charge ein wenig anders, mit Absicht.

















