Bietet nachhaltig hergestellte Taschen, Kissen und Poufs an, die in Italien aus recycelten Luxusstoffen gefertigt werden.
Milan · Italy
Margherita Vaghi
“Ich habe mit labolsina angefangen, weil ich den Stoffen, die ich im Lager der Firma meines Vaters sah, neues Leben einhauchen wollte.”
Margherita Vaghi entwirft nur mit Stoff, den es schon gibt: Restposten aus rund vierzig Jahren, in denen ihr Vater italienische Luxushotels ausstattete, nach Angaben der Marke sechzigtausend Meter im Lager der Familie, Samt, Damast, Bouclé. Nachbestellen lässt sich davon nichts. Auf den Regalen dieses Lagers ist sie als Kind herumgeklettert, später lernte sie Art Direction und arbeitete jahrelang in Werbeagenturen. 2010 fing sie an, aus den Resten Taschen zu machen. Sie zeichnet die Modelle bis heute selbst, begleitet die Fertigung und macht das Marketing.
Labolsina näht Taschen aus Stoffen, mit denen früher Luxushotels ausgestattet wurden und die seitdem meterweise im Lager der Familie liegen. Margherita Vaghi führt das Label von Monza aus. Ist ein Stoff aufgebraucht, ist das Modell vorbei.
Vittorio Vaghi hat rund vierzig Jahre mit Stoffen gearbeitet und Hotels in ganz Italien ausgestattet, Häuser im oberen Segment. Was ein Auftrag übrig ließ, ging zurück ins Lager der Familie und blieb. Jeder Meter, der dort liegt, wurde einmal für ein Hotel gekauft. Samt, Damast, gestreifte Chenille, Inlett, Bouclé, beschichteter Duschstoff, nach Angaben der Marke sechzigtausend Meter. Nachproduziert wird davon nichts. 2010 fing seine Tochter Margherita an, in diese Bahnen zu schneiden.
Zuerst kam der Duschstoff dran
Die ersten beiden hießen Lameg und Lanic und entstanden aus beschichtetem Duschstoff der Siebziger. Launodiuno war 2014 noch ein Projekt und steht heute als Linie im Shop, jedes Stück mit 1/1 gekennzeichnet. Ist eine Bahn verschnitten, ist das Modell vorbei.
Was sie für den Sandplatz schneidet
Für den ATP Challenger im Tennisclub der Villa Reale hat Labolsina zweimal eine kleine Serie geschnitten, 2025 und 2026, im zweiten Jahr als Challenger 125: Schlägerhüllen, einen Shopper mit schrägem Fach für den Griff, eine Reisetasche aus bedrucktem, wasserdichtem Kunstleder.
Aus zwei Stoffen wird ein dritter
Die grauschwarze Raute war beim ersten Modell schon da und ist geblieben. Den Stoff dafür gibt es nicht fertig zu kaufen, er wird eigens hergestellt. Zwei oder drei Materialien kommen zusammen, Samt mit Kunstleder, Baumwollcanvas mit Polyester, Alcantara mit Polyester. Ein Laser schneidet die Rauten heraus, im Hochfrequenzverfahren werden sie zu einer Bahn verschweißt. Was herauskommt, gab es vorher nicht. Riemen und Besätze sind aus Kalbsleder, Initialen kommen auf Wunsch dazu. Jedes Modell trägt den Artikel La im Namen. Eine Labolsina sei keine Tasche, sagt Vaghi, sondern die Tasche.
Was für Hotelzimmer gekauft wurde, trägt jetzt jemand über der Schulter.