Théla Accessoires · Athens, Greece
Farben, die sie im Abfall aussucht
Théla begann in Athen als Hobby, mit Plastik, das Diti Kotecha selbst sammelte und verhäkelte. Die gewebten Taschen aus Indien kamen erst später.
Eine Théla-Tasche beginnt bei denen, die den Abfall sammeln. Was aus ihr wird, entscheidet sich, bevor irgendetwas sortiert, gereinigt oder geschnitten wird: Diti Kotecha wählt aus, welches Plastik sie nimmt und welche Farben sie darin haben will. Erst danach wandert das Plastik weiter, von Hand zu Hand.
In Athen, mit eigenen Händen
Ein Geschäft hatte sie damals nicht im Sinn. Sie tat, was sie nach eigenen Worten am besten konnte: gestalten und mit den Händen arbeiten. Sie sammelte das Plastik, wusch und trocknete es, schnitt Garn daraus, häkelte und nähte. Von jeder Tüte verwendete sie alles, auch Henkel und Nähte, aus denen Bommel wurden. So entstanden Häkelschmuck und Bodenmatten, die heute nicht mehr im Sortiment sind.
Eine Zeit lang veranstaltete sie Sammelaktionen, bei denen Leute ihr Plastik abgaben. Sie hörte damit auf, als ihr klar wurde, dass solche Aktionen einen Freibrief ausstellten, noch mehr zu verbrauchen. In Athen nimmt sie heute, so erzählt sie, nur, was in Mülleimern und auf der Straße rund um die Bauernmärkte liegt, wenn diese schließen und bevor die Müllabfuhr kommt.

Gewebt wird in Kutch
In Kutch wurde schon aus örtlichem Plastikabfall gewebt, bevor Diti Kotecha dazukam. Anfangs lief ihre Arbeit dort über etablierte Organisationen. Heute arbeitet sie direkt mit den Menschen am Webstuhl, statt eine eigene Werkstatt zu betreiben, und ist drei bis vier Monate im Jahr selbst vor Ort.
Das Plastik stammt, wie sie sagt, von Sammelstellen: größere Verpackungs- und Agrarfolien, die schon auf dem Weg zur Deponie waren. Von Hand wird es sortiert, gereinigt und zu Garn geschnitten, dann gewebt. Ein Webstuhl ist ausschließlich für Théla eingerichtet, und jede Bahn wird genau so groß gewebt, wie es das Stück verlangt, das später daraus genäht wird.
Wo kaum geschnitten wird
Genäht werden die Bahnen in Mumbai, zum Teil in einer Schneiderei vor Ort. Die Schere bleibt dabei fast immer liegen. Darauf achtet die Gründerin selbst: Es sollen keine kleinen Plastikschnipsel zurückbleiben. Weil jedes Stück von Hand entsteht, fällt es in Farbe, Struktur und Webart ein wenig anders aus als das nächste.

Die Reste vom Nähen hebt die Schneiderei auf, und Diti Kotecha gibt sie an Recyclingprojekte weiter.




























