REH Kleidung · Berlin, Germany
Das Dorf hinter dem Steinzeug
Eliza Helmerich entwirft beide Linien von REH selbst, hat aber Jahre gebraucht, um Produzenten zu finden, die ihrem hohen Anspruch gerecht werden.
Das Steinzeug kommt aus einem Dorf in der Oberlausitz, der Strick aus Arequipa in Peru. Entworfen wird beides in Berlin. Als Designerin arbeitete Eliza Helmerich unter anderem für Vivienne Westwood, bevor sie 2015 mit REH etwas Eigenes begann. Fast zehn Jahre lang, schreibt sie, hätten ihr neue Kundinnen und Kunden von Stücken erzählt, die als Steinzeug verkauft wurden und keines waren. 2024 hat sie einen Leitfaden veröffentlicht, wie sich Steinzeug von Steingut unterscheiden lässt.
Seit 1976 an der Scheibe

Das Steinzeug von REH kommt aus der Töpferei Thomas Thunig in Schmölln-Putzkau, einem Dorf nahe Bischofswerda in der Oberlausitz. Thunigs Vater eröffnete die Werkstatt 1976; nach 1989 kehrte er in seinen alten Beruf als Steinmetz zurück, und der Sohn übernahm. Heute arbeiten dort rund zehn Leute, mehrere von ihnen hat die Werkstatt selbst ausgebildet. Jeder Topf wird noch immer von Hand gedreht, bemalt und glasiert.

Für REH fertigt die Werkstatt zwei Kollektionen, die Helmerich gestaltet hat: Polar, mattes Schwarz und Weiß, von 2015, und Singular, grau und unglasiert, von 2021. Die Stücke tragen Namen von Keramikern und Künstlern des Bauhauses und der Moderne, darunter Beuys, Burri, Wildenhain und Marguerite. Jedes wird einzeln gedreht, keines gleicht exakt dem anderen. Die Sprenkel mancher Oberflächen sind Pyritpartikel im Ton, die im Brand metallisch werden.

Eine Regel gegen Überproduktion
Der Strick kommt aus Arequipa in Peru. Der Kern der Linie ist Babyalpaka: Pullover, Strickjacken, Mützen und Schals, dazu Stücke aus gefilztem Kaschmir und Merino sowie eine kleine Jerseylinie aus Bio-Baumwolle.

Helmerich lässt in kleinen Stückzahlen fertigen und legt bewusst langsam nach; sie hat geschrieben, sie wolle Überproduktion vermeiden. Ist eine Größe ausverkauft, läuft die Bestellung per E-Mail oder über das Studio, das nach Vereinbarung öffnet. Außerdem unterstützt Helmerich Ayudame, ein Kinderhilfswerk in Arequipa.
Steinzeug aus einem Dorf, Strick aus einer Stadt, alles von einer Person entworfen.




























