oeá Interior · Fincken, Germany
Eine Mutter, eine Tochter, ein See
Hinter oeá stehen eine Mutter und ihre Tochter. Andrea Bader macht die Kerzen und die Seife von Hand im Haus am See in Mecklenburg, mitten im Nirgendwo; ihre Tochter Johanna kümmert sich um alles andere. Eine Kerze wird hier behalten und nachgefüllt, nicht weggeworfen.
In Fincken wohnen 461 Menschen. Das Dorf liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte, dort, wo die Elde in den Finckener See läuft. oeá entsteht in einem Haus am Ufer. Dort arbeitet Andrea Bader, rührt die Seife und gießt die Kerzen von Hand; ihre Tochter Johanna, die nicht am See wohnt, macht den Rest: Sie gibt die Richtung vor, führt den Shop und hält den Kontakt zu den Menschen, die bei ihnen kaufen. Zwischen den beiden liegen ein See und viel Ruhe.

Zuerst kam die Seife
Angefangen hat es mit der Seife, vor über zehn Jahren. Erst für sich selbst, dann für Familie und Freunde, lange bevor es etwas zu verkaufen gab; ein Geschäft wurde daraus erst mit der eigenen Seifenküche. Gerührt wird bis heute kalt und in kleinen Chargen, mit zehn Prozent mehr Öl, als die Lauge zu Seife machen kann. Der Überschuss bleibt als Öl im Stück. Die Öle sind bio: Olive, Kokos, Sheabutter, Mandel, Rizinus, kein Palmöl. Jede Charge fällt in Farbe und Muster etwas anders aus, und das lassen sie so.

Eine Kerze zum Behalten
Die Kerzen kamen später. Gegossen werden sie von Hand aus Soja- und Rapswachs; der Duft kommt nur aus ätherischen Ölen. Die in Beton tragen einen Holzdocht, der beim Brennen knistert. Die Betongefäße gießt oeá selbst, und ist das Wachs aufgebraucht, bleibt das Gefäß. Sechs der sieben Düfte in Beton haben eine Nachfüllkerze. Sie kommt in dasselbe Gefäß und kostet ein paar Euro weniger als eine neue Kerze. Zum Wegwerfen ist hier nichts gemacht.

Zwei Menschen, ein See. In Eile entsteht hier nichts.


























