Sophia Brandis und Marlene Engel entwerfen Damenmode, die sich dem Körper anpasst — nicht umgekehrt. In kleinen Auflagen in Polen, Portugal und Litauen gefertigt, aus italienischer Seide, Merinowolle und Bio-Baumwolle, ist jedes Stück von Mia & Sole für weit mehr als eine Saison gemacht.
Berlin · Germany
Sophia Brandis
“Ein Kleid, das morgens passt, aber abends nicht mehr — dieses Problem zu lösen, dafür haben wir diese Marke gegründet.”
Bei MIA & SOLE ist Veränderung eingeplant: ein Körper, der nicht immer gleich bleibt, Anlässe und Jahreszeiten, die wechseln. Die Anpassung steckt im Teil selbst. Bei den Hemden und beim Strick laufen Bänder in den Schulter- und Seitennähten, und bei den beiden langen Kleidern kommen die Ärmel ab. Marlene Engel und Sophia Brandis lernten sich 2014 in Berlin kennen, wohnten zusammen und wurden erst Jahre später Geschäftspartnerinnen. Über ein Jahr arbeiteten sie im eigenen Atelier an der ersten Kollektion. Eingetragen wurde die Firma 2022, verkauft wird die Mode seit 2023.
MIA & SOLE macht Damenmode, die sich dem Körper anpasst und beim nächsten Anlass anders getragen wird: Bänder an Schultern und Seitennähten stellen die Weite ein. Marlene Engel und Sophia Brandis gründeten das Label in Berlin und zeichnen dort die Schnitte.
Ein Band in der Taille
Hinten am blauen Hemd hängt ein Stoffband. Zieht man es zu und verknotet es, bekommt das Hemd eine Taille. Bleibt das Band offen, fällt das Hemd so weit, wie es gezeichnet ist. Herausnehmen kann man das Band auch.
Dieselben Bänder sitzen an den Schultern und in den Seitennähten, bei den Hemden wie beim Strick. Die Seidenhose hat innen einen Saum von fünf Zentimetern, der ausgelassen werden kann, wenn die Länge nicht stimmt. Strick, drei der Hemden, Seidenhose und T-Shirt gibt es in S/M und M/L, die beiden Kleider, Oberteil, Rock und die zwei Set-Teile in S, M und L.
Ärmel zum Wechseln
Die beiden langen Kleider, THE PINK BLOOM DRESS und THE GREEN GARDEN DRESS, gibt es in vier Varianten: ohne Träger, an schmalen Trägern, kurz und lang. Gewechselt werden die Ärmel mit Knöpfen.
Angeknöpft wird von innen. Das Label hat die Schritte selbst aufgezeichnet: Der geraffte, elastische Teil des Ärmels liegt oben auf der Schulter, und es muss der richtige Ärmel sein, der linke ist innen mit einem L markiert. Geschlossen wird zuerst das hintere Knopfloch innen am Rückenteil, dann das vordere innen am Vorderteil.
Die Knöpfe sind aus Flussmuschel, zu 100 Prozent recycelt und GOTS-zertifiziert. Das Label selbst beschreibt das Kleid als eines, das sich zu einer anderen Jahreszeit und zu einem anderen Anlass anders tragen lässt.
Gestrickt in Litauen, genäht in Polen
In Berlin sitzen Schnittkonstruktion und Entwurf zusammen, so ist eine Änderung schnell gemacht. Die ersten Muster gehen an Modellen in mehreren Größen durch die Anprobe, oft über mehrere Runden. Der Strick kommt aus Litauen, 90 Prozent feine Wolle und 10 Prozent Kaschmir. Wolle und Kaschmir stammen aus Italien. Hemden, Hosen, Rock, Oberteil und die beiden Kleider werden in Polen genäht, der Jersey für das T-Shirt kommt aus Portugal. Der Kontraststoff in den Hemden ist Deadstock, liegen geblieben aus früheren Produktionen anderer Firmen, und es gibt davon nur so viel, wie eben noch da war. Die Auflagen bleiben klein, damit nichts auf Halde liegt.
Was sich verstellen lässt, ist mitgenäht, und wie es am Ende sitzt, entscheidet die Trägerin.