HACOY Kleidung · Munich, Germany
Hemden, über die man lachte
Man riet Maximilian Rupp, HACOY mit einer einzigen Kategorie zu beginnen, er hielt sich nicht daran. Fünf Jahre später hatte das Label schon einen eigenen Laden in München und hat ihn wieder geschlossen.
Zuerst kamen die rosa Hemden, dann die gelben. Mit ungefähr achtzehn fing er an, sich bunt anzuziehen, er fiel gern auf. Manche lachten oder machten einen Spruch, aus dem Spruch wurde ein Gespräch und aus manchen Gesprächen eine Freundschaft. Das war das Gute daran. Ein Hemd konnte jemanden ansprechen, bevor er selbst ein Wort gesagt hatte. Der Name, den er dem Label später gab, ist ein Akronym aus Happiness, Comfort und Joy.

Ein Hemd für zu Hause
In der Pandemie arbeiteten viele zu Hause, wollten es bequem haben und trotzdem nach Büro aussehen. Im Schlafanzug am Schreibtisch, das motivierte ihn nicht, und er ist überzeugt, dass ein richtiges Hemd am Morgen etwas mit einem macht. Also ging es um den Stoff, der beides kann. Es wurde Leinen, ein Hemd in zwei Farben, mit einer Krawatte zum Abnehmen.

Bei dem einen Hemd blieb es nicht. Die zwei Farben finden sich heute auch in einer Bluse, einem Rock, einem Kleid, in Bikinis und Badeshorts.
Am 31. Mai 2023 eröffnete der erste eigene Laden in der Corneliusstraße 2, nahe dem Gärtnerplatz. 2024, nach etwa einem Jahr, schloss er wieder. Heute arbeitet HACOY aus einem Showroom in der Maistraße. Freunde fragen ihn immer noch, warum er ausgerechnet in München Mode macht. München war einmal eine Modestadt, sagt er, und er will die Stadt wieder schicker und cooler machen.
Der Rat, den er nicht annahm
Mehr als einmal hat man ihm geraten, mit einer Kategorie anzufangen und darin gut zu werden. Er tat das Gegenteil und nahm sich vor, alles zu machen, was jemand am Tag und in der Nacht anzieht. Seine Rechnung: Wer dem Hemd traut, traut auch der Unterwäsche, und das Vertrauen muss er nicht bei jedem Stück neu gewinnen. Zum Ende einer Saison wird nichts heruntergesetzt.

2023 kündigte HACOY unter dem Namen Circular Orbit vier Dinge an: Ausleihen für einen Anlass, kostenlose Reparaturen, Rückkauf und neue Stücke aus Verschnitt. Inzwischen sieht man das im Shop. Getragene Stücke kommen zurück in den Verkauf, solche mit Fehlern laufen offen als Perfectly Imperfect, Musterstücke bleiben im Umlauf, und einige Stücke aus der Sportlinie sind von Hand bemalt, jedes ein Unikat.
Zwei Orte, zwei Handwerke
Aus einer Idee wird eine Skizze, aus der Skizze ein technisches Datenblatt für die Werkstatt, und das erste Muster prüft er mit seiner Designerin vor Ort, bevor etwas in Produktion geht.
Fürs Leinen geht es nach Vilnius, für alles andere zu einer Werkstatt bei Ferrara, und beide führen Familien. Die Kontakte nach Italien hat sie mitgebracht. Sie lebt selbst dort und ist oft in der Werkstatt.
Ich würde mit keiner Produktion zusammenarbeiten, wo ich noch nicht vor Ort war.
Die erste Auflage liegt bei etwa zwanzig Stück pro Größe, sagt er.




























