AZUR NATURAL BODY CARE Rituale · Groningen, Netherlands
Die Wochen, die eine Seife braucht
Die Seifen von Azur bekommen ihre Farbe aus Tonerde und getrockneten Pflanzen, ihren Duft allein aus ätherischen Ölen. Mehr Duftstoff kommt nicht hinein. Hinter der handwerklichen Seifensiederei aus Groningen steht Eline, ausgebildete Molekularbiologin.
Eline rechnet vor, was in der Flasche steckt. Flüssigseife bestehe vor allem aus Wasser, dazu kämen Tenside, die wie ein Haushaltsreiniger entfetten, Duft auf Alkoholbasis und Konservierungsstoffe. Das Stück dagegen ist das Konzentrat. Das Wasser kommt erst beim Waschen dazu. Eine Lotion danach sei nicht nötig, sagt sie. Das Paket wiegt weniger, und es fällt weniger Abfall an. Beim Sieden bleibt außerdem ein Teil der pflegenden Öle absichtlich unverseift. Daran liege es, sagt die Seifensiederei, dass sich die Haut danach nicht trocken anfühlt.

Erst Masse, dann Blöcke
Olivenöl, Kokosöl und Süßmandelöl werden mit einer alkalischen Lauge zu Seifenmasse, dazu kommen Kakaobutter, Sheabutter und Rizinusöl. Die Farbe kommt direkt hinein, Tonerden in Rosa, Rot und Grün, Kaolin, Indigoblatt, Aktivkohle, gemahlener Kaffee. Dann geht die Masse in Formen und steht dort 24 Stunden, danach wird sie in Blöcke geschnitten. Ab da arbeitet nur noch die Luft. Vier bis sechs Wochen liegt ein Stück, bevor es verkauft werden darf. Gewogen, gegossen und verpackt wird von Hand, im eigenen Atelier in den Niederlanden.

Das Stück und sein Karton
Entworfen wird beides zusammen, die Seife und ihr Karton, damit man sie verschenken kann. Die Seife Wild Flower gewann bei den European Natural Beauty Awards die Auszeichnung European Excellence of 2024. Auf die Düfte reagierte die Kundschaft am stärksten, und in diese Richtung wuchs das Sortiment. Die gleichen Düfte gibt es als Kerzen, in den Niederlanden von Hand aus Sojawachs und ätherischen Ölen gegossen, und als Magnesium-Badesalz im Glas, mit einem Löffel aus Bambus. Brennen soll die Kerze neben dem Stück, zu dem sie gehört. Das Zubehör dreht sich ums Trocknen. Der Sisalbeutel liegt griffig in der Hand, wirkt wie ein Peeling und lässt das Stück an seiner Kordel schneller trocknen; die Holzschale und die Reisedose aus Aluminium mit Tropfeinsatz sind so gebaut, dass das Wasser ablaufen kann.


Von Hand geschnitten, rund hundert Gramm, und kein Stück wiegt genauso viel wie das nächste.




























