ZAMT-BERLIN Kleidung · Berlin, Germany
Was auf dem Etikett steht
Zisan Buga und Max Reinhardt führen ein Label, das seine Herkunft Stück für Stück ausweist. Ein Herkunftsland für die ganze Marke gibt es dabei nicht, und die Liste wird länger, je weiter man im Sortiment nach hinten geht.
Auf den Etiketten der großen Taschen steht zur Fertigung eine einzige Zeile: Handmade in Poland. Woher das Leder kommt, steht daneben, als eigene Angabe, und die beiden bleiben getrennt. Das klingt nach einer Kleinigkeit. Bei einem Sortiment, das aus mehreren Ländern kommt, ist es keine. Die Modelle heißen Django, Can, Rin, Leah, Elliot, Mavi, Charly, Finchie, weiter hinten Myra, Emil, Nuri und Ava.

Ein Land pro Warengruppe
Bei allen großen Modellen steht dieselbe Angabe zur Fertigung: Polen, bei rund hundert Artikeln. Die Produkttexte nennen dazu ein Team polnischer Handwerkerinnen und Handwerker. Ausgesucht wird das Leder unter anderem in toskanischen Gerbereien. Beim Django sind die Metallteile nickelfrei und kommen aus Italien, beim Finchie kommt das schwere Canvas aus Frankreich.

Bei einigen kleinen Lederwaren steht dann doch Italien auf dem Etikett, bei anderen Portugal oder die Türkei. Tücher, Leinenkimonos und die Strickteile der Atelier-Linie, mehr als dreißig Artikel, entstehen in Berlin, wo das Label ein eigenes Atelier hat. Kein einziger dieser Orte steht für die Marke als Ganzes.

Leder, das schon da war
Ein großer Teil des Leders ist Deadstock und Überproduktion, keine Haut, die für ZAMT bestellt wurde. Bei rund zwei von fünf Artikeln der Marke steht das so in der Produktbeschreibung, in ihren eigenen Worten: handverlesenes Nappa aus italienischer Überproduktion, italienisches Deadstock-Leder. Die neueste Linie folgt demselben Prinzip. Die Loulou, als Baguette und als Boxy, entsteht aus italienischem Deadstock-Leder. Als Herkunft nennt das Etikett nur Europa.

Wo ein Gerbverfahren genannt wird, ist es vegetabil. Bei rund sechzig Artikeln steht das in der Produktbeschreibung, Chrom kommt in keiner einzigen vor.

Das Verfahren läuft über mehrere Wochen und arbeitet mit Gerbstoffen aus Akazienrinde, hier Mimosa genannt, und aus dem Holz des Quebrachobaums. Das Leder riecht leicht holzig und setzt mit der Zeit Patina an. Die Häute kommen aus Europa und sind nach Angaben der Marke ein Nebenprodukt der Fleischwirtschaft. Eine Farbe entsteht hier, weil es die passende Haut schon gab.
Jede Tasche in diesem Sortiment hat einen Vornamen bekommen.


























