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Zamt-berlin
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Zamt-berlin

Vegetabil gegerbte Ledertaschen

Buga

Berlin · Germany

Buga

“Als wir mit ZAMT den Concept Store 2018 gestartet haben, war unsere Motivation, einen Hub für nachhaltige Mode zu schaffen.”

Max Reinhardt, Mitgründer

Aus Zisan Buga und Max Reinhardt wurde ZAMT, und beide Nachnamen stecken auch im Firmennamen, ZAMT Buga Reinhardt GbR. Gegründet haben die beiden das Label 2018 in Berlin. Im selben Jahr starteten sie auch einen Concept Store, und bis heute führen sie die Firma gemeinsam. Im Mittelpunkt stehen Taschen und Accessoires aus Leder, gefertigt in Polen, dazu eine kleinere Kleidungslinie, von der ein Teil in Berlin genäht und gestrickt wird. Besonders hebt das Label sein vegetabil gegerbtes Leder hervor, für das Gerbstoffe aus Rinde und Holz verwendet werden statt Chromsalze.

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Drei Fragen.

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ZAMT-BERLIN Kleidung · Berlin, Germany

Was auf dem Etikett steht

Zisan Buga und Max Reinhardt führen ein Label, das seine Herkunft Stück für Stück ausweist. Ein Herkunftsland für die ganze Marke gibt es dabei nicht, und die Liste wird länger, je weiter man im Sortiment nach hinten geht.

Auf den Etiketten der großen Taschen steht zur Fertigung eine einzige Zeile: Handmade in Poland. Woher das Leder kommt, steht daneben, als eigene Angabe, und die beiden bleiben getrennt. Das klingt nach einer Kleinigkeit. Bei einem Sortiment, das aus mehreren Ländern kommt, ist es keine. Die Modelle heißen Django, Can, Rin, Leah, Elliot, Mavi, Charly, Finchie, weiter hinten Myra, Emil, Nuri und Ava.

Frau mit grünem Kopftuch auf einer Holzbank, die cremefarbene Halbmondtasche vor der Brust.
Frau mit grünem Kopftuch auf einer Holzbank, die cremefarbene Halbmondtasche vor der Brust.

Ein Land pro Warengruppe

Bei allen großen Modellen steht dieselbe Angabe zur Fertigung: Polen, bei rund hundert Artikeln. Die Produkttexte nennen dazu ein Team polnischer Handwerkerinnen und Handwerker. Ausgesucht wird das Leder unter anderem in toskanischen Gerbereien. Beim Django sind die Metallteile nickelfrei und kommen aus Italien, beim Finchie kommt das schwere Canvas aus Frankreich.

Der Django in Lavendel, quer über den Rücken getragen, vor hellem Hintergrund.
Der Django in Lavendel, quer über den Rücken getragen, vor hellem Hintergrund.

Bei einigen kleinen Lederwaren steht dann doch Italien auf dem Etikett, bei anderen Portugal oder die Türkei. Tücher, Leinenkimonos und die Strickteile der Atelier-Linie, mehr als dreißig Artikel, entstehen in Berlin, wo das Label ein eigenes Atelier hat. Kein einziger dieser Orte steht für die Marke als Ganzes.

Das Kartenetui Nuri in Neongrün, eingeklemmt zwischen den stacheligen Blättern einer Agave.
Das Kartenetui Nuri in Neongrün, eingeklemmt zwischen den stacheligen Blättern einer Agave.

Leder, das schon da war

Ein großer Teil des Leders ist Deadstock und Überproduktion, keine Haut, die für ZAMT bestellt wurde. Bei rund zwei von fünf Artikeln der Marke steht das so in der Produktbeschreibung, in ihren eigenen Worten: handverlesenes Nappa aus italienischer Überproduktion, italienisches Deadstock-Leder. Die neueste Linie folgt demselben Prinzip. Die Loulou, als Baguette und als Boxy, entsteht aus italienischem Deadstock-Leder. Als Herkunft nennt das Etikett nur Europa.

Die Loulou Baguette in Cognac, am Henkel hochgehalten vor einer Backsteinfassade.
Die Loulou Baguette in Cognac, am Henkel hochgehalten vor einer Backsteinfassade.

Wo ein Gerbverfahren genannt wird, ist es vegetabil. Bei rund sechzig Artikeln steht das in der Produktbeschreibung, Chrom kommt in keiner einzigen vor.

Eine türkise Ledertasche am Arm, dahinter eine sonnige Wiese im Gegenlicht.
Eine türkise Ledertasche am Arm, dahinter eine sonnige Wiese im Gegenlicht.

Das Verfahren läuft über mehrere Wochen und arbeitet mit Gerbstoffen aus Akazienrinde, hier Mimosa genannt, und aus dem Holz des Quebrachobaums. Das Leder riecht leicht holzig und setzt mit der Zeit Patina an. Die Häute kommen aus Europa und sind nach Angaben der Marke ein Nebenprodukt der Fleischwirtschaft. Eine Farbe entsteht hier, weil es die passende Haut schon gab.

Jede Tasche in diesem Sortiment hat einen Vornamen bekommen.

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