Wayz Schuhe · Porto, Portugal
Ein portugiesischer Name auf einem portugiesischen Schuh
In den besten Schuhläden Europas kommt erstaunlich viel aus dem Norden Portugals. Man sieht es den Schuhen nicht an.
Genau das ist Pedro Maçana immer wieder aufgefallen: Gemacht wurde in Portugal, drauf stand etwas anderes. Der Norden des Landes ist seit weit über hundert Jahren Schuhland. São João da Madeira stieg im neunzehnten Jahrhundert auf Schuhe um, als das örtliche Hutgewerbe einging, und nennt sich bis heute capital do calçado. Felgueiras, eine Autostunde landeinwärts, steht für etwa ein Drittel der Produktion des Landes und beherbergt mehrere hundert Betriebe, die nichts anderes machen als Einzelteile: Sohlen, Innensohlen, Futter, Senkel, Kartons. Zusammen kommt die Region auf rund fünfundachtzig Millionen Paar im Jahr. Mehr macht in Europa nur Italien. Das meiste davon geht unter fremdem Namen raus. Wayz fing als Versuch an, einen portugiesischen darauf zu schreiben. Zwei Leute, mehr als achtzehntausend Euro über Indiegogo, Ende 2019 die ersten Paare, ein Jahr später ein kleines Atelier in Bonfim, im Laden von jemand anderem.

Alles im Umkreis einer Autostunde
Ein Sneaker besteht aus einem Dutzend Einzelteilen, und die beiden können zu jedem sagen, wo es herkommt. Das pflanzlich gegerbte Leder wird rund vierzig Minuten südlich gegerbt. Das Veloursleder kommt von der anderen Flussseite, noch innerhalb von Porto. Die Laufsohlen werden fünfzig Minuten landeinwärts gepresst, in einem Betrieb, der 1991 mit vier Gummipressen und tausend Paar am Tag anfing und heute fünfundzwanzigtausend schafft; sie bestehen zu siebzig Prozent aus recyceltem Gummi. Die Innensohlen entstehen in der alten Hutstadt, ein Stück die Küstenstraße hinunter. Die Senkel werden in Porto selbst aus Baumwolle gesponnen. Der Karton aus recycelter Pappe kommt von nebenan. Dann gehen die Teile zurück ins Landesinnere und werden in Felgueiras zusammengenäht. Zieht man einen Kreis von einer Autostunde um den Raum, in dem die Schuhe gezeichnet werden, liegt der ganze Schuh darin. Kaum eine Marke könnte das sagen, und die es könnten, tun es meist nicht. Zu jeder Werkstatt nennt Wayz Namen und Ort.
Portugal, und besonders der Norden, gehört zu den besten Orten der Welt für gutes Schuhwerk. Wir haben alle Materialien, vor allem aber das Können.

Wenn die Sohle durch ist
Weil die Laufsohle genäht und nicht nur geklebt ist, lässt sie sich abtrennen und erneuern. Wayz macht das in Porto und berechnet die Arbeit; wer lieber zum eigenen Schuhmacher geht, kauft die Teile und lässt es dort machen. Die Innensohle gibt es einzeln. Die Senkel auch. Die Bürste fürs Veloursleder ebenfalls. Es ist ein Schuh, der als Summe seiner Teile verkauft wird, von Leuten, die zu jedem Teil wissen, wer es gemacht hat. Und einer, der für ein langes Leben gemacht ist.

Alles daran entstand im Umkreis einer Autostunde um den Raum, in dem der Schuh gezeichnet wurde.




























