faaya collective Interior · Graz, Austria
Ein Katalog, der alle mit Namen führt
Greta Maria Ziegler hat in Graz Künstlerinnen und Künstler aus Österreich und Deutschland versammelt, jede und jeder mit Namen und Porträt im Katalog. Ihre eigenen Drucke stehen mittendrin, unter ihrem Namen.
2021 ging Greta Maria Ziegler mit drei Freunden und der Idee in einen Startup-Accelerator, wo das Projekt „fairbildlicht" hieß. Das Label selbst kam drei Jahre später. Heute ist faaya collective ein Label und eine Plattform in Graz, mit 121 Drucken von fünfundzwanzig Künstlerinnen und Künstlern im Katalog. Im Arbeitstitel stand das Wort fair, noch bevor es einen einzigen Druck gab.
Zwei Karten, für alle gleich
Zu jedem dieser Namen gehören eine Porträtkarte, auf der die Disziplin als großes Wort neben dem Gesicht steht, und eine zweite Karte mit einem Satz in eigenen Worten. Malerei, Illustration, Fotografie, Grafikdesign, Mixed Media, Druck & Malerei, Foto & Illustration, so lauten diese Wörter. Johanna Blaha in Wien hat zwölf Drucke im Katalog, Alina Herzau in Leipzig zehn, Brisilda Bufi in Graz sieben, Antonia Wechner in Galtür vier, Lilli Ingruber in Tirol ebenfalls vier, Lisa Močnik in der Südsteiermark drei. Von Charlotte Rother in Berlin sind es zwei, dazu kommen Carla Maria Ringleb in Hannover und Birgit Kiennast im Kamptal. Neun Orte in Österreich und Deutschland.

Dieselben zwei Karten hat auch die Gründerin, mit Porträt, Namen und dem Wort Malerei. Dreizehn Drucke im Katalog sind ihre Arbeiten, mehr als von jeder anderen Künstlerin und jedem anderen Künstler. An der Karte ändert das eben nichts.
Vor dem ersten Druck
Nicht alles im Katalog beginnt am Bildschirm. Die Serie „Colours" von Johanna Blaha entstand im Siebdruck, Luna Maluna Gri arbeitet mit Ölpastell, und Iris Frank, Antonia Wechner, Hanna Schild und Brisilda Bufi fotografieren. Einige Arbeiten gehören zu Serien: „weiter-leuchten", „No Chair", „busy body" und „comfort zone", die über vier Bände läuft.

Alina Herzau legt in Leipzig Ausschnitte aus Fotografien von Hand auf einer weißen Tischplatte aus, Ausschnitt neben Ausschnitt, bis das Bild steht. Die Collage entsteht analog. Ihr eigener Satz auf der zweiten Karte kreist um den Austausch zwischen Menschen und darum, wer dabei aus ihnen wird.

Was in Graz bleibt
Marketing, Social Media, Produktion, Versand und Verkauf liegen bei faaya collective in Graz. Von jedem verkauften Druck bekommt die Künstlerin oder der Künstler einen fairen Anteil. Gedruckt wird erst auf Bestellung, mit zwölf Tinten auf 200 Gramm Hahnemühle-Papier, Blatt für Blatt und von Hand beschnitten. Auf Lager liegt nichts. Eine Edition, „Muse No. 1", läuft auf 210 Gramm Canson, nicht auf Hahnemühle. Manche Editionen sind limitiert, andere bleiben offen. Im Katalog stehen die Formate 21 × 30, 30 × 40, 50 × 50, 50 × 70, 70 × 100 und 100 × 100 Zentimeter. Zum Team gehört auch Kovu, ein Hund, der laut der Über-uns-Seite die Tür gegen den Postboten verteidigt.

Die Zukunft von faaya ist langsamer, kuratierter und hochwertiger.
Erst die Bestellung macht aus einer Arbeit einen Druck.




























