Charkha & Loom ist ein Amsterdamer Label für handgemachte Himalaya-Strickwaren und handbedruckte Textilien aus Indien, gegründet von Sweta Pandey.
Amsterdam · Netherlands
Sweta Pandey
“Ich war verwundert, dass meist Menschen mit wenig bis gar keinem Wissen der westlichen Welt die Geschichte der indischen Handwerkskunst erzählten. Also fing ich an, es selbst zu tun.”
Das Label ist entstanden, weil Sweta es leid war, dass andere die Geschichte des indischen Handwerks erzählen. Jetzt erzählt sie diese Geschichte selbst, in Kleidung, in Taschen und in Dingen fürs Zuhause, alles aus indischem Textilhandwerk. Beobachterin von außen zu bleiben wäre ihr zu wenig. Sie arbeitet mit den Gemeinschaften, die dieses Handwerk können, und wird Teil davon. Ihr Hintergrund liegt im Bereich Wirtschaftswissenschaften und Entwicklungsstudien sowie in der Forschungs- und Beratungsarbeit, wodurch sie gelernt hat, zu erkennen, wie eine Gemeinschaft zusammenhält und wie man sie fördert. Vor gut zehn Jahren ging sie aus Indien nach Europa, 2024 gründete sie das Label in Amsterdam.
Charkha & Loom macht Strickstücke aus handgesponnener Himalaya-Wolle, dazu Kleidung aus Baumwolle und Seide, von Hand bedruckt oder am Handwebstuhl gewebt. Entworfen wird in Amsterdam, wo Sweta Pandey das Label führt, gefertigt in Indien.
Charkha, die erste Hälfte des Namens, ist das Spinnrad, das Gandhi bekannt gemacht hat, und der Moment, in dem aus Faser Garn wird. Groß geworden ist sie bei Banaras, einem der ältesten Zentren der indischen Handweberei. Welche Werkstätten für das Label arbeiten, prüft sie selbst. Die Lieferkette geht sie Schritt für Schritt ab. Sie setzt sich zu den Handwerkerinnen und hört zu, am liebsten dann, wenn sie erzählen, wie ihr Glaube das Handwerk über Generationen getragen hat. Bei den Hirtenfamilien im Himalaya ist sie geblieben und mit ihnen hinausgezogen, während die Herden grasten.
Gesponnen im Kullu-Tal
Hundert Prozent Schafwolle aus dem Himalaya. Gesponnen wird sie im Kullu-Tal, bei KULLVI WHIMS, einem Selbsthilfe-Kollektiv, gegründet 2012, das mit Handwerkerinnen aus Himachal Pradesh und mit Hirtenfamilien der Gaddi arbeitet. Die Herden der Gaddi grasen frei, nicht in konventioneller Haltung, und die Wolle ist mulesingfrei. Für Schwarz und Grau wird gar nicht gefärbt. Da bleibt die Wolle, wie sie vom Tier kommt. Am Rad sitzen Frauen, die das Vlies mit der Hand zu Garn ziehen.
Blockdruck in Bagru und Sanganer
Gefärbt wird mit Pflanzen, mit Ringelblume, Krappwurzel und wildem Indigo aus dem Himalaya. Gedruckt wird in Rajasthan, in Bagru und in Sanganer, beide bei Jaipur. Dort ist die SS26-Kollektion bedruckt worden. Die Handwerker legen den Stoff flach auf lange Tische und setzen die geschnitzten Holzstempel von Hand auf, Abdruck für Abdruck.
Woher die Stoffe kommen
Gearbeitet wird mit Chanderi-Seide, Kota Doria, wiederverwendeter Maheshwari-Seide, Ikat, bedruckter Baumwolle, Denim vom Handwebstuhl und einem Mischgewebe aus Eri-Seide und Wolle. Beim Entwerfen bleibt sie allerdings bewusst allein, um sich nicht beeinflussen zu lassen. Die Taschenanhänger kommen von SILAIWALI in Neu-Delhi. Das Sozialunternehmen macht aus Stoffresten Deko-Objekte, gearbeitet von afghanischen Frauen, die als Geflüchtete in Indien leben, und ist offizieller Partner von MADE51. Die Anhänger selbst stammen von Handwerkerinnen der Hazara. Von Hand gewebt wird auch in Bengalen und in Telangana.
An den Mustern ändert sie nichts, an den Schnitten schon, damit die Stücke überall getragen werden.